Wenn wir gegen unsere Emotionen ankämpfen
- isabellpohldd
- 16. März 2025
- 2 Min. Lesezeit
Kennst du das Gefühl, wenn du eigentlich traurig, wütend oder ängstlich bist, aber dich mit aller Kraft dagegen wehrst? Vielleicht lenkst du dich ab, verdrängst es oder redest dir ein, dass du gar nicht so fühlen solltest. Kurzfristig mag das funktionieren – doch langfristig hat dieser Widerstand gegen Emotionen einen hohen Preis. Aber warum eigentlich? Was passiert mit uns, wenn wir unsere Emotionen ablehnen – psychisch und körperlich? Zeit für einen genaueren Blick!
Warum kämpfen wir gegen unsere Emotionen?
Viele Menschen haben gelernt, dass Emotionen – besonders die „unangenehmen“ – etwas sind, das es zu kontrollieren oder gar zu vermeiden gilt. Gründe dafür können sein:
Gesellschaftliche Prägung: „Reiß dich zusammen!“ oder „Gefühle machen schwach!“ sind Sätze, die viele von klein auf hören.
Angst vor Überwältigung: Wer einmal eine sehr schmerzhafte Emotion erlebt hat, will sie oft nie wieder fühlen.
Fehlendes Wissen über Emotionen: Viele wissen schlicht nicht, dass Emotionen kommen und gehen – sie sind nicht für die Ewigkeit da.
Doch wenn wir unsere Emotionen ablehnen oder unterdrücken, verschwinden sie nicht einfach. Stattdessen suchen sie sich andere Wege, um sich bemerkbar zu machen.
Die körperlichen Folgen von emotionalem Widerstand
Unser Körper ist nicht dumm – er speichert emotionale Anspannung und reagiert darauf. Emotionen sind schließlich nicht nur Gedanken, sondern auch biochemische Prozesse, die Hormone, Muskeln und Organe beeinflussen. Wenn wir Emotionen verdrängen oder bekämpfen, kann das unter anderem führen zu:
Muskelverspannungen – besonders im Nacken, Schultern und Kiefer
Chronischem Stress – durch anhaltende Cortisol- und Adrenalin-Ausschüttung
Verdauungsproblemen – weil Stress das autonome Nervensystem beeinflusst
Schlafstörungen – denn unverarbeitete Emotionen lassen uns oft nicht zur Ruhe kommen
Kopfschmerzen oder Migräne – als Reaktion auf innere Anspannung
Langfristig kann das sogar ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, darunter ein geschwächtes Immunsystem, Herz-Kreislauf-Probleme oder chronische Schmerzen.
Psychische Auswirkungen – Wenn Emotionen unterdrückt werden
Nicht gelebte oder unterdrückte Emotionen verschwinden nicht einfach – sie stauen sich an. Das kann sich auf verschiedene Weise äußern:
Explosive Ausbrüche: Wer lange alles runterschluckt, explodiert irgendwann – oft in Momenten, in denen es gar nicht passt.
Emotionale Taubheit: Wer versucht, negative Emotionen zu unterdrücken, unterdrückt oft auch positive – Freude, Begeisterung oder Verbundenheit fühlen sich dann genauso gedämpft an.
Erhöhte Ängstlichkeit oder depressive Verstimmungen: Unverarbeitete Emotionen wirken oft wie ein unterschwelliger Daueralarm im Nervensystem.
Warum Annahme statt Widerstand der Schlüssel ist
Das Paradoxe ist: Je mehr wir gegen unsere Emotionen kämpfen, desto stärker beeinflussen sie uns. Stattdessen hilft es, Emotionen zuzulassen, sie zu benennen und ihnen Raum zu geben.
Annehmen heißt nicht, sie mögen zu müssen: Du kannst Wut, Angst oder Traurigkeit zulassen, ohne sie als angenehm empfinden zu müssen.
Gefühle kommen und gehen: Kein Gefühl ist für immer – wenn du es zulässt, kann es sich von selbst verändern.
Bewegung, Atmung und Ausdruck helfen: Schreiben, Reden oder körperliche Aktivität sind gesunde Wege, Emotionen zu verarbeiten.
Fazit: Emotionen sind Verbündete, keine Feinde
Emotionen haben einen Sinn – sie zeigen uns, was uns wichtig ist, wo unsere Grenzen liegen und was wir brauchen. Anstatt gegen sie anzukämpfen, ist es hilfreicher, sie als Teil unserer Erfahrung zu akzeptieren. Denn wer sich mit seinen Emotionen anfreundet, hat mehr Energie, innere Ruhe und ein besseres Wohlbefinden. Also, vielleicht lohnt es sich, das nächste unangenehme Gefühl nicht sofort wegzudrücken – sondern einfach mal neugierig hinzuhören?







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