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Das Leben ist kein Ponyhof?

🐴 „Das Leben ist kein Ponyhof“ – oder doch?

„Das Leben ist kein Ponyhof.“Ein Satz, den fast jede*r schon einmal gehört hat. Meist wird er mit einem Achselzucken, einem Seufzen oder sogar einem leichten Kopfschütteln ausgesprochen. Er wirkt wie ein stilles Einverständnis mit der Annahme, dass das Leben grundsätzlich hart, unfair oder einfach „nicht schön“ ist. Doch was, wenn genau in dieser Redewendung eine tief verankerte, aber hinderliche Sichtweise steckt?


🎭 Die Last der Ernsthaftigkeit

Der Satz „Das Leben ist kein Ponyhof“ transportiert eine Vorstellung: Das Leben muss schwer sein. Es ist keine Spielwiese, kein Ort der Leichtigkeit, kein Platz für Träume. Stattdessen wird das Leben als eine Aneinanderreihung von Herausforderungen, Mühen und Enttäuschungen dargestellt.

Natürlich: Das Leben hat Herausforderungen. Es gibt Schmerz, Verlust, Überforderung, Unsicherheiten. Es wäre naiv, das zu verleugnen. Doch eine entscheidende Frage lautet:

Muss das bedeuten, dass das Leben grundsätzlich schwer ist – oder ist es einfach nur herausfordernd?

Und noch wichtiger: Wie sehr beeinflusst diese Haltung unseren Alltag, unsere Entscheidungen, unser Lebensgefühl?


🔁 Krise als Einladung zum Wachstum

Hinter jedem inneren und äußeren Widerstand liegt oft die Möglichkeit zur Wandlung. Es gibt eine Wahrheit, die unangenehm klingt und gleichzeitig unglaublich kraftvoll ist:

Krisen sind nicht dazu da, uns zu brechen. Sie laden uns ein, an ihnen zu wachsen.

Das bedeutet nicht, dass wir immer sofort dankbar sein müssen für das, was uns erschüttert. Es heißt aber: Wir dürfen uns entscheiden, wie wir diesen Momenten begegnen. Mit Vermeidung, Bitterkeit oder Schuldgefühlen – oder mit Mut, Selbstmitgefühl und der leisen Frage: Was darf ich hier lernen?


🧭 Viktor Frankl: Sinn im Leid finden

Niemand hat diese Perspektive klarer beschrieben als der Psychiater und Holocaust-Überlebende Viktor E. Frankl. In seinem Werk „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ schreibt er:

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.“

Das Leben selbst können wir nicht immer kontrollieren. Aber wir können entscheiden, wer wir inmitten des Lebens sein wollen.


🌿 Ein Paradies im Inneren?

Vielleicht ist das Leben also doch ein Ponyhof – zumindest manchmal. Vielleicht sogar oft, wenn wir lernen, es durch eine andere Brille zu sehen. Wenn wir aufhören zu glauben, dass alles schwer sein muss. Wenn wir anerkennen, dass auch Leichtigkeit, Freude, Kreativität und Genuss Platz haben dürfen – nicht als Belohnung, sondern als fester Bestandteil des Lebens.


💡 Das Leben wird nicht besser, wenn wir es härter sehen. Es wird echter, wenn wir es voller sehen – mit allen Facetten.


Einladung zur Reflexion

  • Welche „inneren Redewendungen“ prägen dein Denken über das Leben?

  • Was passiert, wenn du beginnst, eine neue Perspektive einzunehmen?

  • Wo in deinem Leben darf es wieder ein wenig Ponyhof sein?




 
 
 

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