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Körper. Gehirn. Emotion. Wo ist der Kontext?

Was passiert in Körper und Gehirn, wenn wir eine Emotion erleben?

Emotionen fühlen sich manchmal wie ein wilder Ritt auf einer Achterbahn an – Herzklopfen, feuchte Hände, vielleicht ein nervöses Zucken am Auge, wenn der Chef nach Feierabend noch „kurz was besprechen“ will. Aber was genau passiert eigentlich in unserem Körper und Gehirn, wenn wir eine Emotion erleben? Und warum reagieren wir manchmal so, als wäre ein harmloser E-Mail-Betreff eine existenzielle Bedrohung?


Der emotionale Schnellstart: Vom Reiz zur Reaktion

Alles beginnt mit einem Reiz – etwas, das deine Aufmerksamkeit erregt. Das kann eine echte Bedrohung sein (ein lautes Geräusch im Dunkeln) oder eine subjektiv empfundene (eine unfreundliche Nachricht von deinem Kollegen). Dein Gehirn verarbeitet diese Information in Lichtgeschwindigkeit und entscheidet blitzschnell, ob das Ganze harmlos oder ein Grund zur Panik ist.

Hier kommt die Amygdala ins Spiel – das kleine, mandelförmige Zentrum im Gehirn, das für die emotionale Bewertung zuständig ist. Sie ist wie ein übermotivierter Türsteher: Sie scannt jede Situation und schlägt sofort Alarm, wenn etwas nach Gefahr aussieht – manchmal auch ein bisschen übertrieben.


Hormoncocktail gefällig? Die körperliche Reaktion auf Emotionen

Sobald die Amygdala Alarm schlägt, schickt sie Signale an den Hypothalamus, der wiederum das autonome Nervensystem aktiviert. Das bedeutet:

  • Dein Herz schlägt schneller, um dich kampf- oder fluchtbereit zu machen.

  • Deine Muskeln spannen sich an – nur für den Fall, dass du gleich losrennen musst (selbst wenn es nur vor einer unbeantworteten WhatsApp ist).

  • Dein Körper schüttet Cortisol und Adrenalin aus, um dich in Hochleistungsmodus zu bringen.

  • Gleichzeitig wird die Verdauung runtergefahren – weil dein Körper jetzt wirklich keinen Bock auf Pizza hat, wenn er denkt, dass du gleich um dein Leben rennen musst.


Der rationale Chef im Hintergrund: Der präfrontale Kortex

Während die Amygdala in Sekundenbruchteilen loslegt, meldet sich (hoffentlich) auch der präfrontale Kortex – der Teil des Gehirns, der für logisches Denken und Impulskontrolle zuständig ist. Er bewertet die Lage noch einmal nüchtern und kann entscheiden: „Entwarnung, kein Säbelzahntiger – nur eine unbezahlte Rechnung!“ Je besser dieser Bereich trainiert ist, desto besser können wir Emotionen regulieren und angemessen auf sie reagieren.


Warum fühlen wir Emotionen so intensiv?

Emotionen sind nicht nur Kopfsache – sie sind eine ganzheitliche Erfahrung. Deswegen fühlen sie sich oft auch körperlich an:

  • Freude? Dein Gehirn schüttet Dopamin und Serotonin aus – du fühlst dich leicht, energiegeladen und vielleicht sogar ein bisschen unbesiegbar.

  • Angst? Dein Körper ist auf Fluchtmodus eingestellt – schnelle Atmung, Herzrasen, Schweißausbrüche.

  • Wut? Dein Blutdruck steigt, deine Muskeln spannen sich an – du bist bereit, Grenzen zu setzen (oder in Gedanken jemanden ins Weltall zu katapultieren).

  • Traurigkeit? Der Serotoninspiegel sinkt, dein Energielevel geht runter – dein Körper signalisiert: „Pause, bitte!“


Fazit: Emotionen sind deine innere Mitteilungszentrale – nutze sie!

Jede Emotion hat eine Funktion und will dir etwas sagen. Dein Körper und Gehirn arbeiten eng zusammen, um dich auf Herausforderungen vorzubereiten – sei es eine echte Gefahr oder einfach nur eine peinliche Erinnerung aus der Vergangenheit, die sich aus dem Nichts wieder in dein Bewusstsein schleicht.

Der Trick ist, Emotionen nicht als Feinde, sondern als wertvolle Informationsquelle zu sehen. Also, das nächste Mal, wenn dein Herz rast oder dein Bauch grummelt – vielleicht nicht gleich in Panik verfallen, sondern kurz innehalten: „Danke, Körper, ich hab’s verstanden!“


 
 
 

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