„Ich bin halt einfach so“ – Ist das so???
- isabellpohldd
- 16. März 2025
- 2 Min. Lesezeit
„Ich bin halt einfach so!“ – ein Satz, den wir oft hören, wenn Menschen ihr Verhalten oder ihre Persönlichkeit erklären (oder entschuldigen). Klingt erstmal nach Selbstakzeptanz, ist aber in vielen Fällen eine unbewusste Blockade. Warum? Weil dieser Satz uns daran hindert, uns weiterzuentwickeln, und uns in festgefahrenen Denkmustern verharren lässt. Zeit für eine ehrliche Analyse!
Woher kommt dieser Glaubenssatz?
Menschen neigen dazu, sich selbst als feste, unveränderliche Einheit zu betrachten. Das gibt ein Gefühl von Stabilität und Identität. Häufig kommt dieser Satz aus Erfahrungen wie:
Erziehung („So bist du eben, du warst schon immer stur!“)
Wiederholtem Verhalten („Ich kann halt nicht gut mit Kritik umgehen.“)
Mangelndem Bewusstsein für Veränderung („Ich war immer schon schüchtern, also bleibt das so.“)
Was dabei oft übersehen wird: Unser Gehirn ist neuroplastisch – das bedeutet, es kann sich ein Leben lang verändern. Und damit auch unsere Denk- und Verhaltensweisen.
Warum dieser Satz oft dysfunktional ist
Er blockiert EntwicklungWer sich einredet, dass er „eben so ist“, nimmt sich die Möglichkeit, neue Fähigkeiten oder Denkweisen zu entwickeln. Wachstum entsteht, wenn wir uns erlauben, über uns hinauszuwachsen.
Er dient als Entschuldigung für problematisches Verhalten„Ich bin halt direkt“ oder „Ich bin halt nicht empathisch“ – oft wird der Satz benutzt, um rücksichtsloses Verhalten zu rechtfertigen, anstatt sich mit dem eigenen Einfluss auf andere auseinanderzusetzen.
Er unterschätzt die eigene Fähigkeit zur VeränderungMenschen sind nicht statisch. Wer glaubt, er könne nicht gelassener, mutiger oder geduldiger werden, unterschätzt das Potenzial des eigenen Geistes.
Wann kann der Satz auch funktional sein?
Natürlich ist Selbstakzeptanz wichtig! Wenn „Ich bin halt einfach so“ bedeutet: „Ich akzeptiere mich, mit meinen Stärken und Schwächen, und muss nicht perfekt sein“, dann ist das gesund. Aber es sollte nicht als Ausrede genutzt werden, um Veränderungen abzulehnen.
Ein neuer Blickwinkel: Vom Stillstand zur Entwicklung
Statt sich selbst in eine Schublade zu stecken, könnte man sagen:
„So war ich bisher, aber ich kann mich weiterentwickeln.“
„Das fällt mir schwer, aber ich kann daran arbeiten.“
„Ich akzeptiere mich – und bin offen für Wachstum.“
Fazit: Du bist nicht in Stein gemeißelt
Jeder Mensch hat die Fähigkeit, sich zu verändern. Unser Verhalten, unsere Gewohnheiten und sogar unsere Persönlichkeit sind anpassbar – wenn wir bereit sind, daran zu arbeiten. Also, das nächste Mal, wenn dir der Satz „Ich bin halt einfach so“ in den Kopf kommt: Frage dich, ob du wirklich unveränderlich bist – oder ob du nur in einer alten Denkweise feststeckst.







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